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Patient in der Abteilung für Neuromodulation

Diagnostik

Pharmakogenetische Testung

Ein genetischer Test aus unserem Labor für klinische Pharmakogenetik, der zeigt, wie Ihr Körper bestimmte Psychopharmaka voraussichtlich verarbeitet.

Pharmakogenetische Testung

Pharmakogenetische Tests untersuchen die genetische Ausstattung eines Menschen, um vorherzusagen, wie Medikamente in seinem Körper wirken. Indem sie Genvarianten erkennen, die mit dem Arzneimittelstoffwechsel, der Arzneimittelwirkung und Nebenwirkungen zusammenhängen, helfen sie Ärzten, die wirksamste und sicherste Behandlung zu wählen und Nebenwirkungen möglichst gering zu halten. Sie sind ein zentraler Bestandteil der personalisierten Medizin.

Womit sich die Pharmakogenetik befasst

Im Rahmen der personalisierten Medizin untersucht die Pharmakogenetik, warum Menschen aufgrund genetischer Unterschiede unterschiedlich auf dasselbe Medikament ansprechen. Genetische Variationen in den Systemen, die ein Medikament verstoffwechseln, oder in den Zielstrukturen, über die es wirkt, können bei manchen Menschen verändern, wie gut das Medikament wirkt und wie wahrscheinlich unerwünschte Wirkungen sind. Bestimmte heute eingesetzte Gentests können Situationen, die zu einer unnötigen Behandlung oder einem hohen Nebenwirkungsrisiko führen würden, schon im Voraus erkennen.

So arbeitet unser Labor

Das Labor für klinische Pharmakogenetik isoliert DNA oder RNA aus Blut- oder anderen Gewebeproben, die den Patienten entnommen werden. Diese Proben werden anschließend entweder für die Genotypisierung oder zur Messung der Genexpression verwendet.

Für die Genotypisierung nutzt das Labor:

  • Konventionelle PCR (Polymerase-Kettenreaktion)
  • Analyse des Restriktionsfragmentlängenpolymorphismus (RFLP)
  • Sequenzierung
  • Real-Time-PCR für präzisere Analysen

Die Genotypisierung ergänzt phänotypische Untersuchungen teils, teils geht sie ihnen voraus. Wird der Zusammenhang zwischen Genotyp und Phänotyp hergestellt, kann das Team ein Behandlungsprogramm erstellen, das wirksamer ist, schneller zu Ergebnissen führt und Nebenwirkungen möglichst gering hält.

Wichtigste untersuchte Gene

  • CYP2D6
  • CYP2C9
  • CYP2C19
  • CYP1A2
  • CYP3A4
  • 5HTT-Polymorphismen
  • COMT-Polymorphismen

Warum eine personalisierte Verordnung wichtig ist

Heute werden Medikamente im Allgemeinen auf eine von zwei Arten verordnet:

  1. Versuch und Irrtum: Es werden Medikamente gegeben, bis eines eine Wirkung zeigt.
  2. Protokollbasierter Ansatz: Zuerst wird eine Diagnose gestellt, dann werden Medikamente nach dem Entscheidungsbaum eines Behandlungsprotokolls gegeben.

Pharmakogenetische Untersuchungen ergänzen dies um zwei wichtige klinische Anwendungen:

  1. Beurteilung des Ansprechens auf Medikamente: Es wird ermittelt, welche Patienten voraussichtlich gut auf ein bestimmtes Medikament ansprechen und welche nicht, sodass wirksame Behandlungsschemata individuell angepasst werden können.
  2. Vermeidung von Nebenwirkungen: Patienten, bei denen Nebenwirkungen wahrscheinlich sind, werden vorab erkannt; das senkt dieses Risiko und macht die Behandlung sicherer.

Laboruntersuchungen unterstützen beide Ziele. Das therapeutische Drug-Monitoring (TDM) misst, wie viel eines Medikaments sich im Blut befindet, und zeigt so, wie der Körper eines Menschen es tatsächlich verarbeitet; eine Phänotypisierung kann außerdem mit einer „Testsubstanz“ erfolgen. Insgesamt nutzt die Pharmakogenetik die genetische Ausstattung eines Patienten, um das Ansprechen auf Medikamente, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen vorherzusagen, und hilft so, eine personalisierte Behandlung zu gestalten.

In der Türkei ist das therapeutische Drug-Monitoring begrenzt und stützt sich auf unspezifische Methoden. Die Pharmakogenetik will die medikamentöse Behandlung wirksamer und sicherer machen, indem sie die personalisierte Behandlung voranbringt; Fortschritte auf diesem Gebiet können zu einem besseren Krankheitsmanagement und einem besseren Ansprechen auf die Behandlung beitragen.

Wofür pharmakogenetische Tests eingesetzt werden

  • Vorhersage des Ansprechens auf Medikamente: Es wird geprüft, ob ein Medikament zum genetischen Profil eines Menschen passt. Medikamente können bei jedem Menschen anders wirken, und der Test hilft vorherzusagen, wie ein Medikament bei der Erkrankung dieser Person wirken wird.
  • Anpassung der Dosis: Genetische Unterschiede beeinflussen, wie Medikamente verstoffwechselt werden; der Test kann daher entscheidend sein, um die richtige Dosis zu finden. Eine auf das genetische Profil abgestimmte Dosis kann die Behandlung wirksamer machen und Nebenwirkungen verringern.
  • Verringerung von Nebenwirkungen: Manche Nebenwirkungen beruhen auf genetischen Variationen. Der Test kann vorhersagen, für welche Nebenwirkungen ein Mensch ein Risiko hat, und hilft, die Behandlung sicherer zu machen.
  • Abklärung einer Therapieresistenz: Spricht ein Patient auf bestimmte Medikamente nicht an, kann der Test helfen, die Ursache zu finden und Alternativen aufzuzeigen.
  • Beurteilung von Wechselwirkungen: Der Test kann helfen einzuschätzen, wie mehrere gleichzeitig eingenommene Medikamente im Körper zusammenwirken – wichtig für die Sicherheit und Wirksamkeit von Kombinationen.
  • Arzneimittelentwicklung und -auswahl: Pharmakogenetische Studien werden bei der Entwicklung neuer Medikamente genutzt und bei der Entscheidung, ob diese für Patienten mit bestimmten genetischen Profilen geeignet sind; so helfen sie, gezieltere Behandlungen zu entwickeln.

Broschüre: Personalisierte Medizin

Broschüre „Personalisierte Medizin: Klinische Pharmakogenetik, genetisch basierte Behandlungsmöglichkeiten“ herunterladen (PDF, auf Türkisch).

TDM-Wirkstoffliste

Die folgende Tabelle führt die Wirkstoffe auf, die im therapeutischen Drug-Monitoring (TDM) erfasst werden, jeweils mit Halbwertszeit, therapeutischem Bereich, Warnschwelle und Empfehlungsgrad für das TDM.

Quelle: AGNP Consensus Guidelines for Therapeutic Drug Monitoring in Neuropsychopharmacology (Hiemke et al., Pharmacopsychiatry 2018;51:9–62). Die Bereiche richten sich an Ärztinnen und Ärzte und sind nicht dafür gedacht, dass Patienten ihre eigenen Ergebnisse selbst interpretieren; bitte besprechen Sie Ihre Ergebnisse mit Ihrem Arzt.

Nr.WirkstoffHalbwertszeit (t½), Stunden–TageTherapeutischer BereichWarnschwelleEmpfehlungsgrad für TDM
1.Alprazolam12–15 h20–40 ng/ml100 ng/ml3
2.Acamprosat3–33 h250–700 ng/ml1000 ng/ml3
3.Amisulprid12–20 h100–320 ng/ml640 ng/ml1
4.Amitriptylin + Nortriptylin10–28 h + 18–44 h80–200 ng/ml300 ng/ml1
5.Aripiprazol60–80 h100–350 ng/ml1000 ng/ml2
6.Asenapin13–39 h1–5 ng/ml10 ng/ml4
7.Atomoxetin2–5 h200–1000 ng/ml2000 ng/ml3
8.Bupropion + Hydroxybupropion1–15 h + 17–47 h850–1500 ng/ml2000 ng/ml2
9.Buspiron1–5 h1–4 ng/ml30 ng/ml3
10.Carbamazepin10–20 h4–12 µg/ml20 µg/ml1
11.Carbamazepin-10,11-epoxid-0,4–4 µg/ml4 µg/ml-
12.Chlorpromazin15–30 h30–300 ng/ml600 ng/ml2
13.Citalopram38–48 h50–110 ng/ml220 ng/ml1
14.Clomipramin + N-Desmethylclomipramin16–60 h230–450 ng/ml450 ng/ml1
15.Clonazepam19–40 h4–80 ng/ml100 ng/ml3
16.Clozapin + Norclozapin12–16 h350–600 ng/ml1000 ng/ml1
17.DDTC-ME (Disulfiram-Metabolit Diethylthiomethylcarbamat-Methylester)6–9 h270–310 ng/ml500 ng/ml3
18.Diazepam + Nordazepam24–48 h100–2500 ng/ml3000 ng/ml4
19.Donepezil70–80 h50–75 ng/ml75 ng/ml2
20.Duloxetin9–19 h30–120 ng/ml240 ng/ml2
21.Escitalopram27–32 h15–80 ng/ml160 ng/ml2
22.Fluoxetin + Norfluoxetin4–6 Tage120–500 ng/ml1000 ng/ml3
23.Flupentixol20–40 h0,5–5 ng/ml15 ng/ml2
24.Fluphenazin16 h1–10 ng/ml15 ng/ml1
25.Fluvoxamin21–43 h60–230 ng/ml500 ng/ml2
26.Gabapentin5–7 h2–20 µg/ml25 µg/ml3
27.Haloperidol12–36 h1–10 ng/ml15 ng/ml1
28.Imipramin + Desipramin11–25 h + 15–18 h175–300 ng/ml300 ng/ml1
29.Lacosamid10–15 h1–10 µg/ml20 µg/ml3
30.Lamotrigin14–104 h1–15 µg/ml20 µg/ml2
31.Levetiracetam6–8 h20–40 µg/ml50 µg/ml4
32.Lorazepam12–16 h30–100 ng/ml300 ng/ml4
33.Maprotilin20–58 h75–130 ng/ml220 ng/ml2
34.Memantin60–100 h90–150 ng/ml300 ng/ml3
35.Metformin6,2 h1–2 µg/ml5 µg/ml-
36.Methylphenidat2 h6–26 ng/ml50 ng/ml3
37.Mianserin14–33 h15–70 ng/ml140 ng/ml3
38.Milnacipran5–8 h100–150 ng/ml300 ng/ml2
39.Mirtazapin20–40 h30–80 ng/ml160 ng/ml2
40.Moclobemid2–7 h300–1000 ng/ml2000 ng/ml3
41.Modafinil10–12 h1000–1700 ng/ml3400 ng/ml3
42.Naltrexon + 6β-Naltrexol2–5 h + 7–13 h25–100 ng/ml200 ng/ml2
43.Olanzapin30–60 h20–80 ng/ml100 ng/ml1
44.Opipramol11 h50–500 ng/ml1000 ng/ml3
45.Oxcarbazepin (10-Hydroxycarbazepin)10–20 h10–35 µg/ml40 µg/ml2
46.Paliperidon (9-Hydroxyrisperidon)17–23 h20–60 ng/ml120 ng/ml2
47.Paroxetin12–44 h20–65 ng/ml120 ng/ml3
48.Pimozid23–43 h15–20 ng/ml20 ng/ml3
49.Pramipexol8–12 h0,4–1,2 ng/ml15 ng/ml3
50.Pregabalin5–7 h2–5 µg/ml10 µg/ml3
51.Quetiapin6–13 h100–500 ng/ml1000 ng/ml2
52.Reboxetin13–30 h60–350 ng/ml700 ng/ml3
53.Risperidon + 9-Hydroxyrisperidon2–4 h + 17–23 h20–60 ng/ml120 ng/ml2
54.Rivastigmin1–2 h8–20 ng/ml40 ng/ml3
55.Sertindol55–90 h50–100 ng/ml200 ng/ml2
56.Sertralin22–36 h10–150 ng/ml300 ng/ml2
57.Sulpirid8–14 h200–1000 ng/ml1000 ng/ml2
58.Tianeptin2,5–3 h30–80 ng/ml160 ng/ml3
59.Topiramat19–23 h2–10 µg/ml16 µg/ml3
60.Trazodon4–11 h700–1000 ng/ml1200 ng/ml2
61.Trifluoperazin-1–2,3 ng/ml--
62.Venlafaxin + O-Desmethylvenlafaxin (ODV)3–7 h + 10–17 h100–400 ng/ml800 ng/ml2
63.Valproinsäure17–30 h50–100 µg/ml120 µg/ml1
64.Vortioxetin57–66 h10–40 ng/ml80 ng/ml2
65.Ziprasidon4–8 h50–200 ng/ml400 ng/ml2
66.Zolpidem1–4 h80–160 ng/ml320 ng/ml4
67.Zuclopenthixol15–25 h4–50 ng/ml100 ng/ml3
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