Die EKT wird von einem Psychiater und einem Anästhesisten in einem voll ausgestatteten Behandlungsraum durchgeführt. In kurzer Vollnarkose und unter Muskelentspannung wird über Elektroden am Kopf ein kurzer, kontrollierter elektrischer Reiz gesetzt. Er löst einen kurzen Krampfanfall aus, den der Patient nicht spürt. Der Eingriff selbst dauert wenige Minuten; danach wird der Patient überwacht, bis er vollständig wach ist – meist nach 15 bis 20 Minuten.
Für wen sie infrage kommt
- Schwere Depression, auch Depression mit psychotischen Merkmalen oder Depression, die auf Medikamente nicht angesprochen hat
- Situationen, die ein rasches Ansprechen erfordern, etwa wenn ein Mensch aufgehört hat zu essen oder zu trinken
- Schwere Manie, Katatonie und einige Formen der Schizophrenie
Vor der Behandlung
Ein Psychiater prüft, ob die EKT die richtige Behandlung ist, und eine körperliche Untersuchung schließt Erkrankungen aus, bei denen die Narkose oder die EKT nicht sicher wäre. Dazu gehören in der Regel Blutuntersuchungen und ein EKG, bei Bedarf auch ein EEG oder eine Bildgebung des Gehirns.
Wie viele Sitzungen
Die EKT wird meist zwei- bis dreimal pro Woche durchgeführt. Eine Behandlungsserie umfasst in der Regel 6 bis 12 Sitzungen und wird an das Ansprechen angepasst. Anschließend wird die Behandlung meist mit Medikamenten oder einer Erhaltungstherapie fortgesetzt, um einem Rückfall vorzubeugen.
Nebenwirkungen
Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und eine kurze Verwirrtheit nach dem Aufwachen sind häufig und klingen innerhalb weniger Stunden ab. Manche Menschen können sich schlecht an Ereignisse rund um die Zeit der Behandlung erinnern; das bessert sich meist in den folgenden Wochen und Monaten, manche Erinnerungen an diesen Zeitraum kehren jedoch möglicherweise nicht zurück. Schwere Komplikationen sind selten und hängen vor allem mit der Narkose zusammen.
EKT bei NPİSTANBUL
Jede Behandlungsserie wird vom behandelnden Psychiater gemeinsam mit dem Anästhesieteam geplant und überwacht. Die Behandlung beginnt erst, nachdem dem Patienten – und gegebenenfalls der Familie – Nutzen, Risiken und Alternativen erklärt wurden und der Patient eingewilligt hat.
Was die Studienlage sagt
Die EKT gehört zu den wirksamsten Behandlungen der schweren und der therapieresistenten Depression. Die wichtigste Nebenwirkung sind vorübergehende Gedächtnisstörungen. Ob sie geeignet ist, entscheiden ein Psychiater und ein Anästhesist gemeinsam.